13. Oktober 2020
Im Regio-Cup eine Runde weiter

Nach der kurzfristigen Absage des Meisterschaftsspiels kam der Ernstkampf im Regio-Cup zum richtigen Zeitpunkt. Beim Drittligisten Siggenthal/Vom Stein Baden behielt der HC Mutschellen die Oberhand und gewann mit 22:29.

(Christoph Hajagos) Fünf Stunden vor Anpfiff kam am Donnerstag seitens des KTV Muotathal die offizielle Absage des Meisterschaftsspiels mit der Begründung einer möglichen Corona-Infektion im Team der Innerschweizer. Für den HC Mutschellen stand somit am Abend statt eines Ernstkampfes ein Training zur Vorbereitung auf die Regio-Cup-Partie beim Drittligisten Siggenthal/Vom Stein Baden auf dem Programm. Und so dauerte die Zeit ohne Wettkampf für die Freiämter nochmals zwei Tage länger.

In der altehrwürdigen Sporthalle Aue zu Baden empfing der Drittligist aus dem Limmattal den vermeintlichen Favoriten vom Mutschellen zum Stelldichein. Nach einem Blitzstart seitens der Gäste aus dem Freiamt bekamen diese die Routine der Siggenthaler zu spüren, die sich nach dem frühen 1:4-Rückstand vorerst nicht weiter distanzieren liessen. Bis zur 22. Minute konnte der Underdog den Rückstand Tor um Tor verkürzen, zwischenzeitlich war es nur noch ein Treffer Unterschied.

Verletzung führte zum Bruch

Als sich Siggenthals auffälligster Akteur Peter Morsten am kleinen Finger verletzte (22.), kam es sprichwörtlich zum Bruch im Team der Limmattaler. Der HCM zog nach dem 10:11 auf 10:16 davon und profitierte in den letzten Minuten der ersten Halbzeit davon, dass der Drittligist einerseits zwei Strafen innert kürzester Zeit hinnehmen musste, andererseits davon, dass die Hauherren personalmässig wenig Optionen hatte. Nach dem Ausfall von Morsten hatte HSG-Coach Cyrill Anderes gerade noch einen Auswechselspieler auf der Bank. Tribut mussten die Siggenthaler auch dem hohen Tempo der Gäste zollen. Die Mutscheller überrannten die Gastgeber immer wieder und kamen so zu schnellen und einfachen Toren. Trotzdem könnte man in der Halbzeitanalyse das berühmte Haar in der Suppe finden. Auch wenn der HCM seiner Favoritenrolle gerecht wurde, vergaben die Freiämter bis zum Seitenwechsel zu viele hochkarätige Chancen und somit eine deutlichere Führung.

Vorsprung als Grundlage

Mit dem Sechs-Tore-Vorsprung im Rücken brauchte der HCM ein paar Minuten, um nach dem Seitenwechsel wieder in die Partie zu kommen. Da auch die Limmattaler im Abschluss sündigten, dauerte es bis zur 33. Minute und dem ersten Torjubel der Gäste. Mutschellens Coach Stefan Konkol stellte nach der Pause sein Defensiv-System um und sorgte so beim Gegner für zusätzliche Unruhe. Innert sieben Minuten bauten die oberklassigen Mutscheller ihren Vorsprung bis auf zehn Tore aus, über den Sieger der Partie musste man sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt keine Gedanken mehr machen. «Für uns war es wichtig, dass wir als oberklassige Mannschaft möglichst schnell klare Verhältnisse schaffen können. Danach konnten wir unter Wettkampfbedingungen Varianten ausprobieren», analysierte Konkol die Partie. «Angesicht der deutlichen Führung war es jedoch nicht verwunderlich – und da müssen wir den Hebel ansetzen – dass die Mannschaft in einen gewissen Schlendrian rutschte. Die Chancenauswertung kann sicher noch optimiert werden.» Nach der deutlichen Führung stellte Konkol auf vielen Positionen um, gewährte allen Spielern Einsatzzeit und schonte angeschlagene Kräfte ohne dabei den Erfolg aus den Augen zu verlieren. In der Folgezeit vermochten die Hausherren den Rückstand zwar etwas zu verkürzen, die 22:29-Niederlage konnten sie jedoch nicht verhindern.

«Wir hätten nur verlieren können»

«Im Cup kannst du als Oberklassiger in einem Spiel gegen ein unterklassiges Team nur verlieren. Daher war es wichtig, dass wir nach der langen Pause zurück im Wettkampfmodus waren. Zwar brauchten wir ein paar Minuten, aber die Mannschaft hat ihren Job gemacht. Dass es am Ende etwas harziger wurde, lag einerseits an der deutlichen Führung und andererseits an den Umstellungen. Jetzt warten wir, wen wir als nächsten Gegner zugelost bekommen», schloss Konkol seine Analyse ab.

HSG Siggenthal/Vom Stein Baden (M3) – HC Mutschellen (M2) 22:29 (10:16). Aue Baden. – 55 Zuschauer. – SR Ramsauer/Siegrist. – Torfolge: 1:0, 1:4, 2:4, 2:6, 4:6, 4:7, 5:7, 5:8, 6:8, 6:9, 7:9, 7:10, 9:10, 9:11, 10:11, 10:16; 10:17, 11:17, 11:18, 12:18, 12:19, 13:19, 13:23, 15:23, 15:24, 16:24, 16:25, 17:25, 17:26, 18:26, 18:27, 19:27, 19:28, 20:28, 20:29, 22:29. – Siggenthal: Baumgartner; Gautschi, Meier (4), Minder (3), Morsten (1), Naprstek (10/2), Stücheli (3), Weiss, Zanandreis (1). – Mutschellen: Barbian, Hubli (ab 31.); Aegerter, Amami (1), Baur (6/1), Brunner (5/2), Clematide, Gündel (6), Külling (2), Loretan (3), Schelbert (3), D. Schmid (2), M. Schmid, Ulrich (1). – Bemerkungen: Morsten mit Fingerverletzung ausgeschieden (22./10:12). – Timeout: Siggenthal (23./10:15), Mutschellen (46./16:24). – Mutschellen ohne Brem (ohne Aufgebot), Leuenberger (Arbeit), Miranda, Varchola (beide verletzt), Schönenberger (Militär) und Stankovic (Private Gründe). – Strafen: 4-mal 2 Minuten inkl. Roter Karte (Minder (56./3. Zeitstrafe)) gegen Siggenthal.



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