7. August 2019
#ComeBackStronger, die Schulter und der Rücken des Herren 1 des HC Mutschellen - Teil 2
Niclas Gündel und Pascal Baur spielen schon seit Jahren als Leistungsträger in der 1. Mannschaft des HC Mutschellen. Lange blieben beide von grösseren Verletzungen verschont, doch letzte Saison hat es beide erwischt. Wie geht es ihnen auf dem Weg zurück aufs Feld? Wir haben beide besucht, hier folgt der zweite Teil mit Pascal Baur.
(im Bild: Pascal Baur im Training in Australien)

→ zum 1. Teil mit Niclas Gündel

(db) Lieber Pascal, die Saison 2018/2019 war für den Verein sicher eine sehr wichtige. Der angepeilte Aufstieg in die 1. Liga wurde vollbracht doch hat auch Opfer gefordert. Bereits nach einigen Spiele bist du leider ausgefallen, wie kam es dazu?
Pascal Baur: Nun Ich hatte bereits 1 Woche vor dem Ausfall einen Hexenschuss im Rücken und wollte so schnell wie möglich wieder fit werden, also habe ich mit Physio und Spritze beim Doktor alles probiert um wieder fit zu werden. An dem Spiel (Anm: Spiel gegen HV Olten am 22.09.2018) war es dann eine normale Kreisaktion, die mir eins in den Rücken gefedert hat.

Was hast du dann gemerkt?
PB: Im ersten Moment war es eigentlich gar nicht schlimm, etwas Schmerzen im Rücken vielleicht. Aber am nächsten Tag hatte ich dann Schmerzen im Oberschenkel und konnte den Fuss nicht mehr anhaben anheben, etwas Schlimmeres musste geschehen sein…Anschliessend wurde ein MRI vom Rücken veranlasst, das dann einen Bandscheibenvorfall zeigte, der auf den Nerv drückte und die Einschränkungen im Fuss verursachte.

Du hattest ja bereits zweimal in der Jugend die Oberarme gebrochen, war das mit dem Rücken also nichts Spezielles für dich?
PB: Doch doch, der Unterschied ist riesig. Die Oberarme waren ja nur die Knochen, die wurden operiert sind gut verheilt und seither hatte ich keine Probleme mehr damit. Der Rücken war nun aber schon ein grosser Schock für mich, ich wusste nicht wie weiter und dachte auch schon ans Aufhören. Mit solchen Dingen ist nicht zu spassen, Rückengeschichten können einen dann ja auch ein Leben lang begleiten. Ich fühlte mich diesbezogen auch hilflos, wenn man einfach den Fuss nicht mehr richtig bewegen kann, das macht schon Angst.

Wo stand die Mannschaft sportlich an diesem Zeitpunkt?
PB: Wir waren in der harten Realität der 1. Liga angekommen. Wir hatten einen sensationellen Saisonstart mit den Siegen gegen Einsiedeln und Wohlen, mussten aber dann gegen Horgen und Olten einstecken. Das Tempo und die Härte war ein deutlicher Unterschied zu den Jahren vorher.

Wie ging es dann weiter für dich?
PB: Die Schmerzen im Rücken und Oberschenkeln war eigentlich dann schnell weg aber die Nervenstörung mit der fehlenden Kraft war noch länger präsent. Ich war zu Beginn fast nur beim Chiropraktiker und erst später beim Physiotherapeuten um die Beschwerden zu verbessern.

Stand auch eine Operation im Raum?
PB: Das wurde mal angesprochen aber für mich war es klar, dass ich es zuerst ohne versuchen möchte.

Du bist dann im Dezember 2018 auch noch länger verreist, konntest du so die Handballpause auch etwas für private Zwecke nutzen?
PB: Das war schon länger geplant so! Aber die Abwechslung war natürlich sehr willkommen. Ich machte mit meiner Freundin eine Rundreise mit dem Camper durch Australien während 2 Monaten.

Konntest du die Ferien dann auch geniessen mit der Verletzung oder hat sie dich eingeschränkt?
PB: Die Schmerzen waren ja eben rasch weg, einfach die Kraft im Fuss noch nicht da. Wir mussten nichts am Programm umstellen, ich musste einfach ein bisschen vorsichtiger laufen (lacht). Mit der Physio haben wir vorher ein Aufbauprogramm ausgearbeitet, das ich dann in der Zeit konsequent durchgezogen habe. (Anm: Bild aus den Ferien in Australien) Da wir mit dem Camper unterwegs waren, konnte ich gut überall meine Übungen machen und hatte eine schöne Aussicht dabei (lacht).

Noch als Abschluss: In der zweiten Hälfte der Saison gabst du ein Comeback im HCM-Dress, das war für viele unerwartet früh nach deiner Diagnose. Wie ging es dir dabei?
PB: Es war ja auch zu früh. Wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt hätten, wäre ich erst auf die nächste Saison wieder eingestiegen, aber ich wollte dem Team unbedingt helfen. Als ich wieder eingestiegen bin, hat sich der Rücken rasch gemeldet und wieder die Schmerzen sind wieder etwas aufgetaucht. Ich konnte aber in Absprache mit dem Staff Training für Training nehmen und musste mich so auch den Beschwerden etwas anpassen. Leider hatte es zum Schluss den Abstieg nicht verhindern können.

Der nächste Teil mit Pascal Baur folgt in den nächsten Wochen.

Herzlichen Dank für das Gespräch und bis zur nächsten Ausgabe von #ComeBackStronger!





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