29. Juli 2019
#ComeBackStronger, die Schulter und der Rücken des Herren 1 des HC Mutschellen - Teil 1
Niclas Gündel und Pascal Baur spielen schon seit Jahren als Leistungsträger in der 1. Mannschaft des HC Mutschellen. Lange blieben beide von grösseren Verletzungen verschont, doch letzte Saison hat es beide erwischt. Wie geht es ihnen auf dem Weg zurück aufs Feld? Wir haben beide besucht, hier folgt der erste Teil mit Niclas Gündel: 

(db) Lieber Niclas, in der letzten Spielzeit konnte der HC Mutschellen erstmals seit 17 Jahren wieder in der 1. Liga spielen*, ein echter Meilenstein! Dich hat man vor allem in der Schlussphase schmerzlich vermisst - wieso? 
Niclas Gündel: Ich hatte eigentlich seit bereits ca. 2 Jahren Schmerzen in der rechten Wurfschulter, nachdem ich im Training unglücklich draufgefallen war. Ich hatte damals bereits die Diagnose eines Sehnenabrisses erhalten, wollte es jedoch ohne Operation versuchen. Diese Saison ist es leider passiert, dass ich einen Ball unglücklich geblockt habe – und die Schmerzen dann zunahmen. Ich ging nochmals zum Arzt, nach einem MRI eröffnete er mir, dass eine OP nötig sei, um die Schulter wieder hinzubekommen. 

In der 2. Saisonhälfte hat man dich mehrheitlich in der Verteidigung gesehen, deshalb? 
N: Vorher hatte ich die Schmerzen vor allem beim Werfen, deshalb konnte ich noch in der Defense eingesetzt werden. Auch nach dem Arztbesuch wollte ich die Saison eigentlich noch zu Ende spielen, aber der Arzt hatte mich dann angeschaut, als wäre ich ein Verrückter und mir das ausgeredet. 

Ein Schock für dich? 
N: Ja sehr sogar. Ich hatte im Alltag nicht allzu grosse Probleme, deshalb hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich mit dem Handball gleich aufhören muss/sollte. Aber wegen Folgeschäden und dass ich wieder schmerzfrei Handball spielen kann, war es nötig. 

Wie war das Zuschauen für dich? Du warst ja in der heissen Schlussphase der Saison immer dabei, musstest aber auf der Bank Platz nehmen. 
N: Man fühlt sich hilflos! Vor allem die Schlussphase der Saison, als es um den Abstieg ging und die Spiele sehr emotional wurden. Ich habe versucht die Mannschaft zu unterstützen so gut es geht, aber wäre natürlich noch lieber auf dem Feld gestanden. 

Auf dem Platz ein Leader, wie würdest du deine Rolle als Verletzter beschreiben? 
N: Ich glaube die habe ich noch nicht wirklich gefunden. 

Wie ging es dann weiter? 
N: Nun ich musste operieren, aber es war kein Notfall. Zum Glück habe ich einen sehr kulanten Arbeitgeber, der mir bei der Terminwahl für die OP freie Hand liess, deshalb konnten wir die OP im Juni noch machen. Im Nachhinein war das vielleicht nicht optimal vom Wetter her (lacht), weil ich so ein Schultergestell mit Kissen («Gstältli») habe ist das grad mühsam mit der Hitze. Der OP Tag selbst war dann recht stressig. Der Termin musste wegen anderen Notfällen am selben Tag um mehrere Stunden nach hinten verschoben werden– da liegt man dann den ganzen Tag nüchtern im Bett und fragt sich, wann es los geht. 

Die OP selbst ist dann aber gut verlaufen, du trägst die Schulter und den Arm seit dem in diesem «Gstältli» drin. Darfst du die Schulter momentan bewegen? 
Leider noch nicht aktiv. Die ersten 3 Wochen durfte nur die Physiotherapie meinen Arm bewegen, mittlerweile darf ich die passiven Übungen zu Hause selber machen. 

Wie kamst du zu Hause damit zurecht? 
(lacht) Meine Freundin musste mir bei vielem helfen! Ich konnte mit rechts nicht mehr Essen, konnte kaum allein in die Badewanne steigen um zu duschen. 

Und mittlerweile? 
N: Ich mache zurzeit den Haushalt mit links, was teils einfach lange dauert. Wäsche einladen und aufhängen mit links, Kochen, abwaschen, braucht alles länger als vorher. Ich konnte auch immer besser mit links Zähne putzen, aber habe mir jetzt doch eine elektrische Zahnbürste gekauft. 

Da musstest du wohl auch andere Hobbys pausieren? 
N: Welche anderen Hobbys? 

Wie geht es für dich weiter in den nächsten Wochen? 
N: Morgen habe ich Kontrolle beim Chirurgen. Ich hoffe natürlich auf einen guten Bescheid, dann dürfte ich das «Gstältli» abnehmen und die Schulter wieder beginnen aktiv zu bewegen. 

Welchen Meilenstein hast du ins Auge gefasst? 
N: Wenn alles gut läuft darf ich ab der 8. Woche joggen, nach so viel Sitzen und Pause freue ich mich auf ein bisschen Bewegen. 

Und wann dürfen wir dich wieder auf dem Handballplatz sehen? 
N: Ich hoffe, dass ich baldmöglichst wieder im Training zumindest meine Übungen machen kann. Nach Fahrplan darf ich im Frühling 2020 zum ersten Mal wieder einen Handball in die Hände nehmen, aber Spielen wird wohl nochmals eine Weile dauern… Langfristig probiere ich natürlich alles, um wieder Handball spielen zu können. 



Herzlichen Dank für das Gespräch und bis zur nächsten Ausgabe von #ComeBackStronger ! 



*eigentlich sogar erstmals überhaupt, denn vor 17 Jahren, als der Verein in der 1. Liga gespielt hat, war dies noch unter dem Namen HC Berikon




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