4. März 2019
Ein Punktgewinn der besseren Art

Im Vergleich zu den letzten beiden Heimspielen war der HC Mutschellen beim Heimauftritt gegen Leader Herzogenbuchsee fast nicht wiederzuerkennen. Dank grosser Moral und einer starken Abwehr nahmen die Freiämter dem Tabellenersten beim 27:27 einen Punkt ab.

(Christoph Hajagos) Es wäre die berühmte Kirsche auf der Sahnetorte gewesen, wenn Pascal Baur in der letzten Sekunde noch den Siegtreffer erzielt hätte, doch der Rückkehrer scheiterte ganz zum Schluss der Partie an Herzogenbuchsees Torhüter Lukas Stalder. Trotzdem waren die Freiämter am Ende des intensiven Spiels nicht geknickt. Denn hätte HCM-Torhüter Alex Wagner wenige Sekunden zuvor gegen Res Beck nicht pariert, wären die Mutscheller womöglich ganz ohne Zähler dagestanden. So eng die letzten Momente der Partie zwischen dem Tabellensechsten Mutschellen und Leader Herzogenbuchsee waren, so eng war das Spiel auch über die gesamte Dauer. Einzig in der Startphase konnte sich der HCM zwischenzeitlich auf drei Tore Differenz absetzen.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Es waren noch keine neun Minuten gespielt, als HVH-Trainer Rolf Haussener zur Team-Time-out-Karte greifen musste. Der Leader lag gegen den vermeintlichen Aussenseiter mit 6:3 im Hintertreffen. Die Mutscheller kamen zwischen der 7. und der 9. Minute zu drei Treffern in Folge und lösten bei den Gästen eine erste Korrekturmassnahme aus. Dies aus Sicht der Berner mit Erfolg, denn vier Minuten später waren es die Herzogenbuchseer, die mit 6:7 führten. Doch die Hausherren liessen sich von der Wende nicht beirren, behielten den resultatmässigen Kontakt und blieben bis zur Pause und dem 14:14 auf Tuchfühlung mit dem Tabellenersten.

Führung wechselte immer wieder

Auch der Start in den zweiten Durchgang gelang den Mutschellern. Nach fünf Minuten führten die Freiämter mit 17:15. Danach standen sich die beiden Teams auf Augenhöhe gegenüber. Im Gegensatz zu den letzten Partien und auch im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen zwischen dem HCM und dem HVH, als die Mutscheller in des Gegners Halle beide Punkte nach dem Seitenwechsel herschenkte, brachen die Freiämter diesmal nicht ein. Zwar mussten sie den Bernern den Ausgleich und eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung (23:25) zugestehen, doch der Aussenseiter liess sich nicht weiter distanzieren. Fünf Minuten vor dem Ende glich Marc Leuenberger trotz nummerischer Unterzahl zum 25:25 aus und läutete damit eine spannende Schlussphase ein, die von mehreren Strafen geprägt wurde.

Spannung und Dramatik bis zum Schluss

Die Gäste konnten in der verbleibenden Zeit zwar stets vorlegen, der HCM bewies Kampfkraft und Moral und vermochte immer wieder auszugleichen. Zur Dramaturgie des Spiels passte auch, dass sich in der zweiten Halbzeit auch die Torhüter immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens drängten. So wehrte HVH-Torhüter Stalder gleich zwei Penaltys ab, Wagner auf Mutscheller Seite parierte einen Siebenmeter. Ein kleines Detail wurde dabei aber der verwertete Nachwurf des Berners Andri Tatarinoff, der im Gegensatz zu seinen Aargauer Kontrahenten wenigsten so noch zum Erfolgserlebnis kam. Nach dem 27:27 durch Daniel Bossard konnte der HCM die letzten 99 Sekunden mit einem Mann mehr auf dem Feld bestreiten, die nummerische Überzahl jedoch nicht zum Siegtreffer ausnutzen. Und so kam es zu den dramatischen Schlusssekunden, in denen die jeweiligen Torhüter den einen oder anderen Punkt für ihr Team festhielten.

„Definitiv einen Punkt gewonnen!“

Hat der HCM nun einen Punkt verloren, weil die letzte Chance vergeben wurde, oder hat er einen Zähler gewonnen, weil der letzte Abschlussversuch der Gäste pariert wurde? „Wir haben heute definitiv einen Punkt gewonnen!“, strahlte HCM-Trainer Stefan Konkol unmittelbar nach dem Spiel. „Wir haben sehr viel Moral bewiesen nach den beiden vermeidbaren Niederlagen in den letzten Wochen, haben den Leader an den Rand einer Niederlage geführt und den Zähler sicher nicht gestohlen.“ Konkol attestierte seiner Mannschaft denn auch eine deutliche Leistungssteigerung und hob die starke Abwehrleistung seiner Mannschaft hervor. „Man merkt, dass gewisse Mechanismen beginnen, ineinanderzugreifen. Wir wussten von der Stärke Herzogenbuchsees, da haben wir gut dagegengehalten.“

Beim Reserveteam des Schweizer Meisters

Nächsten Samstag reist der HC Mutschellen zu den Reserven des aktuellen Schweizer Meisters nach Thun. Die Berner Oberländer liegen nach der Hälfte der Abstiegsrunde mit zehn Punkten auf dem dritten Platz und haben lediglich gegen die beiden Führenden der Gruppe verloren. Am letzten Samstag zogen die Thuner den Kopf gerade noch so aus der Schlinge, als sie im Kantonsderby beim BSV Bern einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand wettmachen und die beiden Punkte dank des 23:24-Auswärtserfolgs mit ins Berner Oberland nehmen konnten. Auf den HC Mutschellen kommt also eine knifflige Aufgabe zu. „Wenn wir die Konstanz ins Spiel bringen und unsere Leistung über die ganze Spielzeit abrufen können, dann haben wir durchaus das Potential, beide Zähler mit auf den Mutschellen zu nehmen. Dafür braucht es aber erneut eine mannschaftlich geschlossene Vorstellung, in der jeder für seine Mitspieler kämpft“, gab Konkol bereits die Marschrichtung vor.

HC Mutschellen – HV Herzogenbuchsee 27:27 (14:14). Burkertsmatt Widen. – 250 Zuschauer. – SR Häner/Maurer. – Torfolge: 0:1, 1:1, 1:2, 3:2, 3:3, 6:3, 6:7, 7:7, 7:9, 9:9, 9:10, 10:10, 10:11, 12:11, 12:13, 13:13, 13:14, 14:14; 15:14, 15:15, 17:15, 17:17, 18:17, 18:19, 19:19, 19:20, 21:20, 21:22, 23:22, 23:25, 25:25, 25:26, 26:26, 26:27, 27:27. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Mutschellen, 8-mal 2 Minuten gegen Herzogenbuchsee. – Mutschellen: Wagner, Barbian (31. – 52.); Adamcic (4), Baur (5), Bossard (4), Brunner, Drazetic (1), Faiss, Gündel, Leuenberger (4), Miranda (4/1), Ulrich, Vukadin (5). – Herzogenbuchsee: Pfister, Stalder (ab 23.); Beck (4), Eggimann, Herzog (4), Ita (3), Mühlemann, Quaile (2), Schärer (5/1), Siegenthaler (5), Tatarinoff (3), Zaugg. – Bemerkungen: Wagner hält Penalty von Tatarinoff (57./26:26), Stalder von Miranda (43./19:19) und Baur (45./19:20). – Vetsch bei Mutschellen und Mauron bei Herzogenbuchsee nicht eingesetzt. – Time-out: Mutschellen (53./23:25), Herzogenbuchsee (9./6:3 und 54./24:25). – Mutschellen ohne Füglistaler (nicht im Aufgebot), Küttel, Wymann (beide krank) und Sax (rekonvaleszent).



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