17. Dezember 2018
Punkte und Fan-Krone gehen nach Muri

Im letzten Spiel des Jahres verliert der HC Mutschellen die Partie gegen den TV Muri mit 22:28 und den Kampf um die Fan-Krone um etwas mehr als 110 Zuschauer. Nun trennen sich die Wege der Freiämter Kontrahenten. Muri spielt in der Finalrunde, der HCM muss sich gegen den Abstieg wehren.

(Christoph Hajagos) Als sich HCM-Trainer Stefan Konkol, der offiziell als Spieler auf dem Matchblatt stand, kurz nach der Mitte der zweiten Halbzeit einwechselte, brandete ein spezieller Applaus in der Burkertsmatt auf. Mangels Alternativen kam der Mutscheller Trainer am rechten Flügel zum Einsatz, denn nach dem verletzungsbedingten Aus von Dario Drazetic wurde das Kader des Aufsteigers noch dünner. Und weil in der 20. Minute Duje Vukadin seine dritte Zeitstrafe und die damit verbundene Rote Karte aufgebrummt bekommen hatte, fehlte den Hausherren schon früh eine wurfgewaltige Stütze. Aber auch der TV Muri war mit einem Rumpfteam angereist, konnte die Absenzen jedoch besser abfangen.

Enge Kiste vor der Pause

364 Besucher hätte der HC Mutschellen benötigt, um die Klosterdörfler aus dem Bünztal zuschauermässige noch abzufangen, es kamen lediglich 250 Fans beider Lager. So ging dieser Titel schon früh ins Oberfreiamt. Blieb demnach nur noch die Frage über die Verteilung der beiden Punkte. Nach dem 2:2-Ausgleich durch Fabian Brunner in der 4. Minute übernahmen die Gäste das Kommando, zogen bis auf 2:5 davon und brachten Konkol dazu, bereits in der 12. Minute sein Team-Time-out einzufordern. Seine Worte schienen bei seinen Spielern Gehör gefunden zu haben. Bis zur 17. Minute kämpfte sich der Aufsteiger wieder bis auf 5:6 heran. Dies brachte nun Claude Bruggmann dazu, seitens des TVM eine Auszeit zu nehmen. Und auch diese Massnahme war erfolgreich, zogen die Murianer in der Folgezeit wieder auf 7:11 davon. Dazwischen lag das verbale Rencontre zwischen Vukadin und Muris Tin Tokic, das für beide mit einer Zweiminutenstrafe endete. Der Mutscheller hatte seine Nerven weniger gut unter Kontrolle, legte gegen die Schiedsrichter nach und bekam danach die dritte Strafe aufgebrummt.

Als dann wieder Handball gespielt wurde, halbierten die Hausherren ihren Rückstand bis zur Pause auf 10:12 und hielten die Hoffnung der Mutscheller Fans auf einen versöhnlichen Jahresabschluss am Leben.

Muri hatte den längeren Atem

Mit viel Elan kamen die Hausherren zurück auf die Platte und innert fünf Minuten zuerst zum 13:13-Ausgleich, einen Angriff später durch Walber Miranda zur erstmaligen Führung nach dem 1:0 zu Beginn der Partie. Der Aufsteiger schnupperte an der Wende, die Gäste hielten jedoch dagegen. Es folgten sechs ausgeglichene Minuten, in denen die Führung immer wieder wechselte. In dieser Phase avancierte Fabian Brunner mangels Alternativen zum effizientesten Spieler des HCM, sein Murianer Pendant war wie so oft Carlo Femiano, der mit 12 Toren einen massgeblichen Anteil am Sieg der Bünztaler hatte. Nach dem 17:17 in der 41. Minute zogen die Gäste die Schraube wieder etwas an und legten mit drei schnellen Toren erneut ein kleines Polster zwischen sich und den Mutschellern. Und auf diesen Rückstand konnte der Aufsteiger nicht mehr reagieren. Durch taktische Umstellungen wurde dem HCM auch noch der letzte Wind aus den Segeln genommen, am Ende nahm der TV Muri nicht nur die beiden Punkte nach dem 22:28-Erfolg mit zurück, sondern auch den Titel des Zuschauer-Krösus.

Trainer waren sich einig

Im anschliessenden Interview mit beiden Trainern waren sich diese schnell einig, dass die Rote Karte gegen Vukadin einer der Schlüsselpunkte der Partie war. „Wir haben aus unserer personellen Sicht das Optimum besser erreicht als Mutschellen. Vor allem standen wir mit Fortdauer der Partie besser in der Defensive und konnten so unsere Gegenstösse lancieren. Der Ausfall von Vukadin hat uns zusätzlich in die Karten gespielt“, fasste Muris Trainer Bruggmann das Geschehene aus seiner Sicht zusammen.

Auch für Mutschellens Trainer Konkol waren die Ausfälle von Vukadin und Drazetic, der ab der 40. Minute nicht mehr mittun konnte, schwerwiegend. „Angesichts unserer schon knappen Spielerdecke fehlten nach den beiden Ausfällen gewichtige Stützen. Doch aufgrund der Tabellensituation spielte dies nicht so eine gravierende Rolle. Jetzt geht es an die Erholung und an die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte“, bilanzierte Konkol nach dem Spiel.

Muri viermal in die Romandie, Mutschellen einmal ins Wallis

Nach Abschluss der Hauptrunden sind auch die Gegner der Final- und Abstiegsrunden bekannt. Während Muri auf die bekannten Gegner Olten, Muotathal und Einsiedeln trifft, müssen die Klosterdörfler gleich viermal in die Romandie reisen. Chênois Genève, West HBC, Yverdon und Nyon werden die Reiseziele für die Bünztaler in der Finalrunde sein.

Der HC Mutschellen hat da das kürzere Reiseprogramm. Neben dem Derby gegen Wohlen und den bekannten Gegnern von Horgen/Wädenswil und Pilatus treffen die Mutscheller auf die Reserven der beiden A-Ligisten Bern und Thun. Dazu kommt mit Herzogenbuchsee ein bekannter Gegner aus dem diesjährigen Schweizer Cup. Der siebte Gegner kommt aus dem Wallis und beschert dem HCM eine lange Fahrt nach Visp.

HC Mutschellen – TV Muri 22:28 (10:12). Burkertsmatt Widen. – 250 Zuschauer. – SR Mönig/Summ. – Torfolge: 1:0, 1:2, 2:2, 2:5, 3:5, 3:6, 5:6, 5:7, 6:7, 6:9, 7:9, 7:11, 9:11, 9:12, 10:12; 11:12, 11:13, 14:13, 14:14, 15:14, 15:16, 16:16, 16:17, 17:17, 17:20, 18:20, 18:22, 19:22, 19:24, 21:24, 21:26, 22:26, 22:28. – Strafen: 5-mal 2 Minuten inkl. Roter Karte (Vukadin (20./3. Zeitstrafe)) gegen Mutschellen, 8-mal 2 Minuten gegen Muri. – Mutschellen: Wymann, Barbian (ab 31.); Brunner (8/2), Drazetic (5), Füglistaler (1), Gündel (1), Konkol, Kyburz, Miranda (2), Vetsch (2), Vukadin (3). – Muri:Wipf; Femiano (12/1), Frei (1), Kaufmann (4), Da. Lang (1), Do. Lang (1), Staubli (4), Tokic (2), Zucker (3). – Bemerkungen: Wipf hält Penalty von Miranda (7./2:3). – Schleiss und Schwenkfelder bei Muri nicht eingesetzt. – Time-out: Mutschellen (12./2:5 und 58./21:26), Muri (17./5:6). – Mutschellen ohne Adamcic, Baur, Bossard, Leuenberger, Sax (alle verletzt), und Faiss, Küttel, Wagner (alle Einsatz HSC Suhr Aarau MU19E) und Ulrich (krank).



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