23. Oktober 2018
Wipf und die starken Murianer

Aufsteiger Mutschellen bot ohne Trainer Stefan Konkol an der Seite dem TV Muri lange die Stirn. Angeführt von Goalie Tobias Wipf und Topskorer Carlo Femiano drehen die Murianer auf und behalten die Punkte im Klosterdorf.

Josip Lasic (Redaktor Wohler Anzeiger / Bremgarter Bezirksanzeiger)

«Am Anfang fehlten die Emotionen. Wir waren vor allem in der Abwehr nicht aggressiv genug», sagt Muri-Goalie Tobias Wipf. Der Gastgeber und Favorit hatte mit dem Aufsteiger vom Mutschellen zu kämpfen. Diese hatten einen «besonderen» Ausfall zu beklagen. Trainer Stefan Konkol fehlte krankheitsbedingt. Assistenztrainer Jochen Külling – letzte Saison noch Juniorentrainer in Wohlen – betreute die Mannschaft. Zu Beginn im Rückstand holten sich die Gäste vom nach zehn Minuten einen Zwei-Tore-Vorsprung und wollten diesen nicht mehr hergeben. Besonders defensiv sind die Mutscheller sehr aggressiv. Muris Spielmacher Jan Heusi kommt kaum in die Partie. Auch Kraftpaket Jerome Zucker hat Mühe mit dem Mutscheller Bollwerk. Dominik Lang und Tin Tokic versuchen es mit dem Kopf durch die Wand – und scheitern.

Taktikfuchs Bruggmann

Einzig zwei Murianer sind nicht zu stoppen. Goalie Tobias Wipf und Captain und Goalgetter Carlo Femiano. Sie halten dagegen, so gut sie können. Femiano, indem er Tore erzielt, Wipf, indem er Gegentreffer verhindert. «Mutschellens Duje Vukadin und Gal Adamcic haben eine hohe individuelle Klasse und bestrafen dich, wenn du sie nicht im Griff hast», sagt Muri-Trainer Claude Bruggmann. Besonders gegen dieses Duo war es für die Klosterdörfler wichtig, einen sicheren Rückhalt zu haben.

Angeführt von Femiano und Wipf bleibt Muri im Spiel. Mutschellen führt 11:8. Muri verkürzt. Daraufhin nimmt Bruggmann ein Team-Timeout. «Ich wusste, dass der Anfang der Partie harzig werden würde, da ihre erste Sechs individuell stark ist. Beim Stand von 9:11 habe ich gemerkt, dass Mutschellen müde wird, und ich habe das Team aufgefordert, noch mehr Gas zu geben», so Bruggmann. Sein Plan geht auf. Noch vor der Halbzeitpause drehen die Murianer das Spiel. 14:12 für die Gastgeber steht es nach der ersten Hälfte. Zwischenzeitlich führen die Murianer mit acht Toren. Am Ende siegen sie mit 31:25.

«Wir haben uns in der zweiten Halbzeit selbst geschlagen», sagt Mutschellens Co-Trainer Külling. «Wir haben unser defensives Konzept verloren und vorne keine Tore mehr erzielt. Irgendwann hat dann auch der Glaube gefehlt.»

Die Abwehrquote von Tobias Wipf liegt bei 33 Prozent. Seine Gegenüber Ricardo Barbian und Pascal Wymann kommen gemeinsam auf gerade 18 Prozent.

Statistiken lügen nicht

Auch die Wurfquote spricht klar für die Murianer Handballer: 74 Prozent zu 57 Prozent. Erneut ist Carlo Femiano hervorzuheben, der bei 15 Schüssen aufs Mutscheller Tor nur dreimal nicht erfolgreich war. Das Duo und die taktische Anweisung von Bruggmann haben die restliche Mannschaft mitgezogen. Wipf bleibt bescheiden: «Ich bin nicht vollkommen zufrieden mit meiner Leistung. Einige wichtige Bälle konnte ich halten, aber es ist leicht, wenn man eine gute Deckung hat.» Trainer Bruggmann: «Tobias Wipf ist in den wichtigen Spielen da. Wichtig ist aber, dass die Mannschaft eine kämpferische und mental starke Leistung gezeigt hat. Jeder hat sich dem Kollektiv untergeordnet.»

Aus Bruggmanns Sicht war die Partie gegen Mutschellen eine der wichtigsten der Saison. Der Sieg hat seine Murianer einen Schritt näher an die Finalrunde gebracht. Zudem gibt der Sieg Selbstvertrauen. Bruggmann: «Wenn wir ehrlich sind, waren die Mutscheller einen Tick stärker, bevor beide Teams müder wurden.» Davon können sich die Gäste nichts kaufen. «Eine Niederlage tut immer weh», so Külling. «Dabei spielt es keine Rolle, wie der Gegner heisst. Dass es ein Derby war und wir geführt hatten, macht es aber nicht leichter.» Dennoch bleibt der Co-Trainer des Aufsteigers positiv. «Wir haken die Partie ab und machen weiter.» So wie sich die Mutscheller Handballer präsentiert haben, können sie trotz Niederlage genug Positives aus dem Freiämter Derby mitnehmen.

Muri – Mutschellen 31:25 (14:12)

Bachmatten – 423 Zuschauer. – SR: Baggenstos/Süess.
Muri: Wipf; Yorick Kaufmann, Jan Heusi (1), Staubli (1), Frei (1), Dominik Lang (2), Schwenkfelder, Hochstrasser (3), Daniel Lang (3), Femiano (12/1), Strebel, Zucker (7), Tokic (1).
Mutschellen: Barbian, Wymann; Ulrich, Gündel (1), Leuenberger (3), Vukadin (4), Miranda (2), Füglistaler, Küttel (2), Vetsch, Brunner (4), Faiss (1), Adamcic (8/3).
Bemerkung: Muri ohne Jonas Heusi, Tobias Kaufmann, Schleiss und Wick. – Siebenmeter: Muri 1/1, Mutschellen 3/3. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Muri.





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