7. Mai 2019
Ein Tor mehr hätte gereicht

Es hätte knapper nicht sein können: Dem HC Mutschellen fehlt am Ende ein Tor zum Klassenerhalt. «Ein hässlicher Abstieg», sagt Captain Pascal Baur.

Stefan Sprenger, Sportredaktor Bremgarter Bezirksanzeiger/Wohler Anzeiger

30:30. Schluss. Mutschellen holt nur ein Unentschieden und muss nun auf Schützenhilfe hoffen. «Was steht es in Horgen?», war jetzt die brennende Frage.

23:24 führte der Gast aus Thun gegen die Spielgemeinschaft Horgen/Wädenswil. Noch fünf Minuten waren zu spielen. Wenn die Zürcher verlieren, reicht es trotzdem zum Klassenerhalt. «Wir zitterten mit. Es waren lange Minuten des Wartens. So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Mutschellen-Captain Pascal Baur.

Es kommt, wie es kommen muss: Topskorer Sandro Gantner trifft bis zum Schlusspfiff doppelt und sichert den 25:24-Sieg für Horgen/Wädenswil. Jetzt ist es amtlich: Mutschellen steigt nach nur einem Jahr in der 1. Liga wieder ab.

Co-Trainer wird zum zweiten Torhüter

Gegen Bern II reiste man mit einem Rumpfteam an. Weil Pascal Wymann krankheitshalber fehlte, war Co-Trainer Jochen Külling als zweiter Torwart bereit. Die Mutscheller spielten fast mit den gleichen Spielern die gesamte Partie durch. «Und wenn man bedenkt, dass Bern II mit der ganzen Kapelle anreiste, dann haben wir es gut gemacht», meint Kreisläufer Baur. Das Team machte es gut, wie in den letzten beiden Spielen, als man gegen Visp und Pilatus siegte.

Doch es reichte nur zu einem Unentschieden. 30:30. Die Chancen, zu gewinnen, waren da. «Die Handball- Götter waren aber einfach nicht auf unserer Seite», meint Trainer Stefan Konkol. In der 57. Minute führte man noch 29:30. Walber, Brunner, Adamcic und Vukadin vergaben danach vier Chancen, um die Partie zu entscheiden. «Wir müssen nicht dieses Spiel analysieren, wir haben unsere Sache gut gemacht. Wir haben die nötigen Punkte schon früher verspielt», so Trainer Konkol.

Pleiteserie im Februar und März als Hauptgrund

Der Grund für den Abstieg erscheint klar. Im Februar und März war der HC Mutschellen schwach und vergab viele Punkte. In 14 Spielen der Abstiegsrunde konnte man nur vier Mal gewinnen – das ist zu wenig, um in dieser Liga zu bestehen. «Vieles lief gegen uns», meint Konkol. Der Abstieg nach nur einem Jahr in der 1. Liga ist nun Tatsache.

Grossteil des Kaders bleibt zusammen

Captain und Identifikationsfigur Pascal Baur, der auch in der 2. Liga dabei sein wird, meint: «Vielleicht tut der Abstieg gut, damit vielleicht einige Akteure im Verein wieder etwas Bodenständiger werden». Das Ziel indes scheint aber klar: «Der HC Mutschellen gehört in die 1. Liga», so Baur. Dieser Meinung ist auch Trainer Konkol, der auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen wird. «In der 2. Liga wollen wir vorne dabei sein, und wenn möglich natürlich wieder aufsteigen.» Das Kader bleibt zu einem Grossteil zusammen. Einzig Daniel Bossard und Goalie Ricardo Barbian sind nicht mehr dabei. Auch Konkol sagt: «Vielleicht ist ein Schritt zurück gut, damit wir jetzt wieder zwei Schritte nach vorne machen können.»

Pitsch Müller: «Kein Untergang»

Präsident Pitsch Müller hat den dramatischen Abstieg noch nicht ganz verdaut. «Wir brauchen Zeit, die Situation zu analysieren. Dann werden wir weitermachen. Auch wenn die erste Mannschaft abgestiegen ist, diese Saison war kein Untergang, wir hatten mehr gute Dinge als schlechte.» Es gab Aufstiege zu feiern. Beispielsweise denjenigen der Frauen in die 2. Liga. Das Herren-«Eis» fuhr nach dem Abstieg in Bern direkt nach Zofingen und unterstützte die Frauen. Dies zeigt, dass beim Handball-Club Mutschellen der Zusammenhalt riesig ist. Und dies ist wichtig für eine erfolgreiche Zukunft.

BSV Bern II – HC Mutschellen 30:30 (14:14). Mobiliar Arena Gümlingen. – 50 Zuschauer. – SR Schmid/Walther. – Torfolge: 0:1, 3:1, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:6, 6:6, 6:8, 7:8, 7:9, 9:9, 9:10, 11:10, 11:11, 13:11, 13:13, 14:13, 14:14; 14:15, 16:15, 16:16, 17:16, 17:17, 18:17, 18:18, 19:18, 19:19, 21:19, 21:20, 22:20, 22:21, 23:21, 23:22, 24:22, 24:23, 25:23, 25:24, 26:24, 26:26, 27:26, 27:27, 29:27, 29:30, 30:30. – Strafen: 6-mal 2 Minuten (inkl. Disqualifikation Weinekötter (60./3. Zeitstrafe) gegen Bern, 3-mal 2 Minuten gegen Mutschellen. – Bern: Charzuk, Häberli (ab 52.); Dubach (1), Gisi (3), Grossenbacher (1), Hefti (6/2), Laville (4), Mühlemann, Niederhauser (2), Reber (3), Walther (5), Weinekötter (5). – Mutschellen: Barbian; Adamcic (4), Baur (2), Brunner (6), Joho, Miranda (7/3), Ulrich (2), Vetsch, Vukadin (9). – Bemerkungen: Grossenbacher wirft einen Penalty an die Latte (15./7:9), einen neben das Tor (22./11:11), Charzuk hält Penalty von Brunner (17./8:9). – Alder und Schildknecht bei Bern, Külling und Schelbert bei Mutschellen nicht eingesetzt. – Timeout: Bern (28./13:13 und 58./29:30), Mutschellen (24./12:11 und 54./28:27). – Mutschellen ohne Bossard (Ferien), Faiss, Küttel, Wagner (alle Einsatz HSC Suhr Aarau MU19E), Füglistaler (nicht im Aufgebot), Gündel (verletzt), Leuenberger (abwesend), Sax (rekonvaleszent) und Wymann (krank).





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